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Veränderung für Führungskräfte: Steuern wir auf selbststeuernde Unternehmen zu?

[fa icon="calendar"] 24.04.2019 / von Mathias Heinrich

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(Bildquelle: Pixabay) 

Selbstfahrende Autos haben schon vor 100 Jahren die Fantasie der Utopisten angeregt. Und das zu einer Zeit, wo industrielle Strukturen gerade erst seit einigen Jahrzehnten für heute noch gelebte Führungsstrukturen in den Unternehmen gesorgt hatten. Das Organisationsdiagramm (Orgchart) hat seitdem seinen Siegeszug um die Welt angetreten. Selbststeuernde Autos gibt es heute schon im Straßenbild und die Diskussion um selbstfahrende PKW dreht sich nicht mehr um das „ob“ sondern überholt sich nur noch mit dem „wann“. Wie sieht es dann also mit selbststeuernden Unternehmen aus?

Die Führungsstile der letzten 150 Jahre

Schauen wir uns dazu zunächst die Evolution der Führungsstile über die letzten 150 Jahre mal an.

  • Befehl und Gehorsam
  • Klare Hierarchie mit Kontrolle
  • Management by Objectives
  • Unternehmenskultur und Engagement für gemeinsame Ziele

Was ist also „the next big thing“, also die „nächste große Veränderung“? Heute wird operativ von agilen Unternehmen bzw. Strukturen oder Prozessen gesprochen, also von Strukturen, die sich schnell den Gegebenheiten der sie umgebenden Einflüsse (Märkte, Kunden, Aufträgen) anpassen. Das ist (bis auf den Begriff) nicht wirklich neu und die dahinter liegenden Mechanismen werden von innovativen Unternehmen schon lange angewendet.

Ich glaube, das Orgcharts heute noch so wichtig sind wie Arbeitsplatzbeschreibungen. Die werden bei der Einstellung einmal aus der Schublade geholt um sich zu orientieren und danach vom Tagesgeschäft überholt.

 

Mehr Verantwortung auf Mitarbeitende übertragen

Mindestens drei aktuelle Strömungen unterstützen die These, mehr Verantwortung auf Mitarbeitende zu übertragen:

  1. In vielen Projekten wird heute schon so gearbeitet, dass sich die Teammitglieder selbst organisieren und Führungsaufgaben auch situativ verteilen. Solche Teams sind dann hoch agil und wenn ein Projekt beendet ist, dann gehen die Teammitglieder wieder in die Hierarchie zurück – bis zum nächsten Projekt.

  2. Die Generationen Y und Z wollen den Sinn verstehen, warum sie etwas tun. Sie arbeiten engagiert und motiviert, wenn ihnen klar ist, warum. „Ansagen“ funktionieren hier nicht mehr nachhaltig. Wenn das „warum“ und das Ziel dann klar sind, arbeiten die Menschen lieber auf ihrem als auf vorgegebenem Weg.

  3. Rasche Veränderungen im Markt bedingen unmittelbare Reaktionen in den Unternehmen. Dazu sind Schnellbote nun mal besser geeignet, als Flugzeugträger.

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Was bedeutet das für unsere Mitarbeiter, was benötigen sie?

  • Fähigkeit der Selbstreflexion, um Fehler schnell zu korrigieren
  • Kreativität, um den Weg zum Ziel selbst zu finden und zu beschreiten
  • Kennen ihrer Stärken, Werte und Überzeugungen sowie arbeiten mit und in diesen Parametern, damit die Motivation erhalten bleibt

Und für die Führungskräfte, was bedeutet das für uns (über die gerade vorgenannten Punkte hinaus)?

  • Anpassungsfähigkeit an sich immer wieder verändernde Situationen
  • Übernahme von Verantwortung für das Handeln der Mitarbeitenden
  • Beschreibung konkreter Zieldefinitionen und Freigabe, den Weg dorthin selbst finden zu lassen
  • Oder zusammengefasst: Führungskräfte leben für und von Veränderung

Wenn wir diese Punkte für Mitarbeiter und Führungskräfte weiterdenken, dann geht die nächste Stufe der Führungskultur hin zu:

  • Verteilten Entscheidungen
  • Arbeiten für einen „höheren Zweck“
  • Selbstorganisation

 

Veränderung für Führungskräfte

Der Weg zum selbststeuernden Unternehmen ist dann in der Tat nicht mehr weit. Bedeutet das aber die Abschaffung von Führung in Gänze? Sind Führungskräfte damit überflüssig und auf dem Weg, sich selbst abzuschaffen?

Sicher nicht. Die Übernahme der Verantwortung gegenüber den Märkten, den Partnern und den Investoren wird ebenso in der Hand der Führungskräfte bleiben, wie die Festlegung von Strategien. Auch die Schnellboote brauchen einen Kapitän. Aber die Aufgaben und das Ansehen von Führungskräften werden sich (weiter) verändern. Kluge und innovative Führungskräfte setzen sich hier besser an die Spitze und treiben die Veränderung, als später von der Veränderung getrieben zu werden.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie aktiv verändern und die dazu nötigen Mitarbeiter an Bord haben bzw. bekommen und freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen dazu mit per Mail mitteilen.

Hier noch das passendes Zitat einer Seminarteilnehmerin:
Das Seminar hat einen positiven Prozess in mir angestoßen, der noch nachwirken wird. Chancen wie die freie Rede und die Veränderung kann ich nun annehmen. Ich habe gelernt, mit mir bewusst zu sein. Es hätte auf mich nicht individueller oder effektiver wirken können.
Claudia Füllkrug, Teamleitern Einkauf der AS Solar GmbH

 

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Topics: Führungskraft, Mitarbeiterführung

Mathias Heinrich

Geschrieben von Mathias Heinrich

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