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Hast du dich schon mal gefragt, warum manche Teams mit Begeisterung bei der Sache sind, während andere nur das Nötigste tun? Der Unterschied liegt oft in einem kleinen, aber mächtigen Werkzeug: Dank, Lob und Anerkennung. Wer als Führungskraft gezielt authentisches Lob einsetzt, kann die Motivation und Leistung ihrer bzw. seiner Mitarbeitenden enorm steigern. Aber es kommt darauf an, wie wir es tun. Einfach nur „Gut gemacht!“ reicht oft nicht aus.
Welche Effekte erzielen wir mit Anerkennung und wie setzen wir diese gezielt ein, um unser Team langfristig erfolgreicher zu machen? Wie bringen wir unser Team mit der richtigen Wertschätzung zu echter Höchstleistung?
Unterscheide zwischen Dank, Lob und Anerkennung
- Dank:
vielen Dank für dein Engagement mit der Tabelle
(einfacher Dank für etwas) - Lob:
Das Thema mit der Statistik bist du wirklich gut angegangen. Das hat uns alle schnell vorangebracht
(Ansprache mit „du“ oder „Sie“ und Ergänzung des Resultates) - Anerkennung:
Mir ist aufgefallen, dass du die Daten aus der Excel-Tabelle wunderbar so umgesetzt hast, dass wir alle einen schnellen Einblick bekommen haben.
(„Ich habe beobachtet, mir ist aufgefallen, dass …“ und )
Ein einfaches „Danke“ für etwas ist die einfachste (und schnellste) Form, Motivation zu erzeugen. Sie ist dafür auch nicht so nachhaltig, wie Lob und Anerkennung.
Nachhaltiger ist das Lob, weil wir hier konkreter werden und das Ergebnis reflektieren. Der zeitliche Aufwand ist dafür für uns etwas größer, weil wir Zusammenhänge herstellen und beobachten.
Am weitesten geht das Aussprechen von Anerkennung. Wir erreichen die größte Motivation und Nachhaltigkeit, weil wir eine konkrete Beobachtung von uns in eigene Worte fassen.
Der psychologische Effekt von Lob auf Mitarbeitende
Anerkennung wirkt wie ein Turbo für die Motivation. Wenn wir an“erkannt“ werden, schüttet unser Gehirn Dopamin aus – ein Glückshormon, das uns antreibt und dazu bringt, gute Leistung zu wiederholen. Doch nicht nur das: Anerkennung (wie das Wort schon sagt) zeigt uns, dass unsere Arbeit gesehen und geschätzt wird.
Gerade im Arbeitsalltag geht dieses Bewusstsein oft verloren. Wer immer nur hört, was noch besser laufen könnte, verliert irgendwann die Motivation. Umgekehrt führt gezieltes Lob dazu, dass Mitarbeitende stolz auf ihre Arbeit sind und sich noch mehr einbringen. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern auch die Bindung ans Unternehmen.
Wie Anerkennung die Teamleistung steigert
Ein gutes Beispiel ist ein Unternehmen, das in seiner Produktion immer wieder mit Fehlern kämpfte. Anstatt die Mitarbeitenden nur auf ihre Fehler hinzuweisen, begannen die Führungskräfte, bewusst positives Verhalten zu loben: Wer Lösungen fand, bekam öffentliches Lob. Das Ergebnis? Die Fehlerquote sank, weil das Team motiviert war, weiter gute Arbeit zu leisten.
Ähnliche Effekte sehen wir überall: Anerkennung steigert nicht nur die individuelle Leistung, sondern auch die Teamarbeit. Menschen, die sich wertgeschätzt fühlen, unterstützen sich gegenseitig mehr und kommunizieren besser. Das sorgt für eine produktive und positive Atmosphäre.
Gezieltes und spezifisches Lob: So geht’s richtig
Einfach nur „Gut gemacht!“ ist nett, aber nicht effektiv. Damit Anerkennung wirklich wirkt, braucht sie drei Dinge:
- Sie muss konkret sein.
Sag nicht nur, dass jemand gute Arbeit geleistet hat, sondern benenne genau, was gut war. Beispiel: „Ich fand es super, wie du das Kundenproblem gelöst hast. Deine schnelle Reaktion hat dem Team viel Arbeit erspart!“ - Sie muss zeitnah sein.
Lob und Anerkennung, das erst Wochen später kommt, verliert seine Wirkung. Gib Anerkennung möglichst direkt nach einer guten Leistung. - Sie muss ehrlich sein.
Übertriebenes oder ungerechtfertigtes Lob wirkt schnell unglaubwürdig und verliert an Kraft.
Wenn du diese drei Punkte beachtest, werden dein Lob und deine Anerkennung nicht nur motivieren, sondern auch langfristig zu besseren Ergebnissen führen.
Langfristige Auswirkungen auf Teamzusammenhalt und Leistung
Regelmäßige Anerkennung schafft eine Kultur der Wertschätzung. Und das hat Folgen:
- Mitarbeitende fühlen sich sicherer und engagierter.
Wer merkt, dass seine Arbeit geschätzt wird, bleibt eher motiviert. - Die Fluktuation sinkt.
Menschen bleiben in Unternehmen, in denen sie sich wohlfühlen. - Die Leistung steigt.
Teams, die regelmäßig positives Feedback erhalten, arbeiten effizienter und kreativer.
Lob und Anerkennung sind also kein einmaliger Motivationskick, sondern ein entscheidender Faktor für den langfristigen Erfolg eines Teams.
Mit Anerkennung zur Höchstleistung
Gezielte Anerkennung ist eines der stärksten Werkzeuge, die du als Führungskraft hast. Sie steigert die Motivation, verbessert die Teamarbeit und sorgt für nachhaltige Leistung. Wichtig ist, dass Lob und Anerkennung konkret, ehrlich und zeitnah sind.
Also: Wann hast du das letzte Mal jemanden in deinem Team bewusst für seine gute Arbeit gelobt oder gar Anerkennung ausgesprochen? Probier es aus – und erlebe, wie ein einfache Lob und Anerkennung Großes bewirken können!
Lies dazu auch folgende Blog-Artikel:
- #14 Motivation und Manipulation – eine Grenzwanderung
- #103 Dank, Lob und Anerkennung – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- #177 Wie behalte ich meine Motivation in Krisenzeiten
- #259 Wertschätzung im Alltag: Wie wir als Führungskräfte Lob und Anerkennung in unserer tägliche Routine integrieren
Hier noch das passende Zitat eines Beljean – Seminarteilnehmers:
Ich habe neue Erkenntnisse und Ideen gesammelt, wie ich zukünftig mit meinen Mitmenschen umgehe, sowohl im Beruf, als auch im privaten Leben. Dadurch, dass das Thema für mich Neuland war, fand ich alles sehr gut. Aber die Erkenntnis, dass ich Mitmenschen kontrolliere, um sie zu loben, finde ich sehr interessant.
Daniel de Wall, Verkaufsleiter Gastronomie, Hofbrauhaus Wolters GmbH, Braunschweig