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Nachfolgeregelung für Unternehmen – Welche Aspekt es auf menschlicher Ebene zu beachten gilt.

[fa icon="calendar"] 1.11.2019 / von Mathias Heinrich

Nachfolgeregelung für Unternehmen (Bildquelle: Pixabay)

Das Auf- bzw. Abgeben eines langjährig aufgebauten Geschäfts ist kein leichtes Thema – sowohl rational, als auch emotional. Viele Aspekte sind zu berücksichtigen. Wir beschäftigen uns in diesem Blog-Artikel mit der menschlichen Ebene.

Der Verkauf bzw. die Übergabe des mit eigenen Händen vielleicht über Jahrzehnte aufgebauten Unternehmens ist eine wirklich schwierige emotionale Zeit. Und auch rational gilt es, an viele Aspekte zu denken. Den betriebswirtschaftlichen Teil lasse ich hier ebenso außen vor, wie den steuerlichen oder die Frage der fairen Preisberechnung. Für diese Punkte gibt es Fachleute, denen Sie sich anvertrauen sollten und können.

Ich möchte auf die menschliche Komponente eingehen. Zum einen, weil der Umgang zwischen Menschen ein sehr zentrales Thema der Beljean Seminare ist und zum anderen, weil genau hierüber vergleichsweise wenig geschrieben wird.

Ich möchte dabei auf zwei Sichtweisen eingehen, die des „Verkäufers“ und die des „Käufers“. Häufig entwickelt sich ja für die „andere“ Seite schon dann ein Grundverständnis, wenn deren Motive bekannt sind. Darüber wird jedoch in viel zu vielen Fällen leider gar nicht gesprochen.

 

Die Seite des Verkäufers

Sie haben ein Unternehmen, eine Praxis oder eine Struktur aufgebaut und jahrelang Ihr Herzblut hineingesteckt. Sie haben sich unzählige Gedanken gemacht, was Sie als nächstes tun sollen oder in welche Richtung investiert werden soll (finanziell und thematisch). Sie waren nie sicher, ob Ihre Entscheidung richtig ist, ob es eine noch bessere gibt.

Nun sind Sie auf der Zielgeraden Ihrer beruflichen Laufbahn. Irgendwie ist dann doch alles mehr oder weniger gut gegangen. Sie haben einen Wert geschaffen, weil Sie einen Kundenstamm haben oder eine Reihe erfolgreicher Produkte in den Markt bringen konnten. Einerseits werden Dinge aufgrund der Erfahrung einfacher, auch weil die Halbwertzeiten anstehender Entscheidungen irgendwie kürzer werden. Mit dem einen oder anderen Thema kann sich ja schließlich auch der Nachfolger beschäftigen. Das müssen Sie sich schließlich nicht mehr antun. Andererseits ist es eben doch eine Dimension, die auch die eigene Endlichkeit vor Augen führt.

Also stehen Sie irgendwann vor dieser richtig großen Entscheidung. Was mache ich mit dem, was ich da geschaffen habe? Wie geht es weiter?

 

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Wer ist der „ideale“ Nachfolger?

Alle Erfahrung der Vergangenheit hilft Ihnen jetzt nur bedingt weiter, denn zu diesem Aspekt gibt es meist keine eigene Erfahrung, dafür aber viele Horror-Geschichten, was alles nicht klappt – bis hin zur eigenen Altersvorsorge, wo doch der Unternehmenswert zumindest zum Teil eine Rolle spielen sollte.

Dann spielen Frage eine wichtige Rolle wie:

  • Wer ist geeignet, mein Nachfolger zu werden?
  • Warum ist diese Person für meine Nachfolge geeignet?
  • Welche meiner bisher gelebten Werte im Unternehmen möchte ich weiterleben sehen?
  • Wie reagieren meine Kunden, wenn es einen grundlegenden Wechsel in der Strategie gibt?
  • Wie ergeht es meinen Mitarbeitern durch den Wechsel?
  • Welchen Einfluss hat der Wechsel auf die Lieferantenseite?

 

Der Seite des Käufers

Sie sind im Vergleich zum Verkäufer vom Alter her eher jünger. Sie haben erste oder auch weiterreichende Berufserfahrung. Sie wollen nochmal richtig was bewegen. Aufbruchstimmung, um die Welt zu verändern. Spuren im Getriebe der Gesellschaft hinterlassen. Auf Ihrem Grabstein soll einst stehen „wer hier liegt, der hat die Welt gerockt“.

Sie suchen Ihre Chance, sich diese Gravur zu verdienen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sie gehen komplett eigene Wege. Dann müssen Sie von der Picke auf anfangen und sich alles aufbauen. Der Weg ist steinig, risikoreich, intensiv und das Ergebnis meist völlig offen. Oder Sie bauen auf vorhandene Strukturen auf. Auch, wenn das gemachte Nest nichts für Sie ist, so starten Sie doch mit der Gewissheit, zunächst einen Grundstock nutzen zu können, der gewisse Erfolge vorweise kann. Sie haben eine Historie. Dafür müssen Sie investieren und genau diesen Grundstock, diese Historie, diese Erfolge der Vergangenheit, diese Abkürzung in Ihre eigene Zukunft kaufen.

Sie beschäftigen sich mit Fragen wie

  • Wieviel ist dieser Grundstock im Vergleich zum Neuaufbau wert?
  • Welche Vor- oder Nachteile haben beide Wege?
  • Wie reagieren Kunden, Mitarbeiter, externe Partner auf die Veränderung?
  • Wie kann ich Konstanz sicherstellen und gleichwohl eigene Wege gehen?
  • Wie transformiere ich die Erfolge der Vergangenheit in meine wunschgerechte Zukunft?
  • In welche Fallen kann ich tapsen, welche Hindernisse können mir das Leben schwer machen?

Die Liste der Fragen beider Seiten (Verkäufer und Käufer) lässt sich nahezu beliebig verlängern und ist natürlich auch immer individuell. Am Ende werden sich aber beide Seiten immer fragen, welchen Wahrheitsgehalt die jeweils gefundenen Antworten haben. Meine Empfehlung an dieser Stelle lautet daher:

 

„Achten Sie verstärkt auf Ihr Bauchgefühl!“.

Wie soll das gehen, bei einer so weitreichenden Entscheidung, hinter der jede Menge rationale Komponenten (Businesspläne, monatliche Raten, die Gehälter von Mitarbeitern, Banken, Berater etc.) stehen?

Das ist vergleichsweise einfach. Dazu ein paar Behauptungen.

  1. In Ihrem Unterbewusstsein steckt ungefähr genau soviel Erfahrung, wie Sie an Tagen alt sind. Sie können darauf rational nicht zugreifen, gleichwohl ist es zwischen Ohren abgelegt.

  2. Ihr Unterbewusstsein ist dazu da, Sie zu unterstützen und Sie zu beschützen. Es meint es gut mit Ihnen. Alles andere wäre nämlich kontraproduktiv für Ihr Überleben und damit sinnlos.

  3. Wenn 1. und 2. wahr sind, dann muss zwangsläufig der folgende Satz auch wahr sein „Ihr Unterbewusstsein liefert Ihnen Entscheidungsgrundlagen aufgrund Ihrer Erfahrungen, die für Sie gut und richtig sind“

  4. Ihr Bauchgefühl speist sich aus Ihrem Unterbewusstsein. Es kann sich anders schließlich nicht bemerkbar machen. Ihr Bauchgefühl ist also Ihr Unterbewusstsein. Jetzt gilt es nur noch, die Signale zu erkennen und richtig zu interpretieren.

 

Wie erkenne ich mein Bauchgefühl?

  1. Gehen Sie Ihrem Tagesgeschäft wie gewohnt nach und verdrängen Sie aktiv beispielsweise die Frage, ob die jetzt anstehende Entscheidung richtig entschieden ist, wenn …

  2. Die zur Entscheidung anstehende Frage wird sich immer wieder spontan in Ihr Bewusstsein drängen. Achten Sie in genau diesen Momenten auf Ihr Gefühl. Wie ist das? Was springt Sie gedanklich dabei an? Wie fühlt es sich an? Gedanken schaffen Gefühle – Gefühle führen zu Aktivitäten – Aktivitäten führen zu Erfahrungen – Erfahrungen legen sich im Unterbewusstsein mit positiven oder negativen Merken ab.

Wie interpretiere ich mein Bauchgefühl richtig?

Wie fühlt sich der „Geistesblitz an?“ Gut, dann geht es in die richtige Richtung. Schlecht, dann sind wir noch nicht auf dem richtigen Weg.

Ich will damit nicht behaupten, dass sich am Ende solche grundlegenden Entscheidungen leicht, einfach und schnell treffen lassen. Sicher nicht. Und doch bleibt eine Wahrheit:

 

Die richtigen Antworten stecken in uns und nicht in den Köpfen externer Berater.

Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen und Meinung dazu mir per Mail oder über die sozialen Medien mitteilen.

 

Lesen Sie dazu auch diese weiteren interessanten Blog-Artikel:

 

 

Hier noch das passende Zitat eines Teilnehmers:
Das Seminar hat meinen Blickwinkel auf mich, auf Mitmenschen verändert. Ein Perspektivwechsel ist immer ratsam. Der Ansatz „Veränderung von Vorstellungen“ ist wirklich universell anwendbar. Ich habe intensiv von dem Seminar profitiert.
Andre Probst, Vertriebsinnendienst der Hornetsecurity GmbH, Hannover

 

Sie möchten das hier angerissene Thema vertiefen und uns kennenlernen? Sie haben Interesse, vom Kennen ins Können zu kommen? Oder es interessiert Sie meine/unsere Meinung zu einem bestimmten Thema? Geben Sie mir/uns ein paar Stichworte und etwas Zeit und wir nehmen uns dessen in einem der nächsten Blogs gerne an. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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Topics: Führungskraft, Unternehmensführung, Unternehmenserfolg

Mathias Heinrich

Geschrieben von Mathias Heinrich

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