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#273 „Achtsame Kommunikation: Wie wir Missverständnisse vermeiden und Beziehungen stärken“

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Foto von Mathias Heinrich

Kennst du das? Du sagst etwas mit bester Absicht, doch dein Gegenüber versteht es (für dich völlig unerklärlich) gänzlich anders. Plötzlich entsteht eine unangenehme Spannung, die du so nie beabsichtigt hast. Sowohl im privaten als auch Im beruflichen Alltag kann das schnell zu Konflikten führen, die Zeit, Energie und Vertrauen kosten. Was kann also unser Beitrag sein, damit es zu solchen Situationen gar nicht erst kommt?

 

Kommunikation kann alles befördern – oder auch alles ruinieren

Missverständnisse entstehen meist nicht durch falsche Absichten, sondern durch unklare oder unbedachte Kommunikation. Doch die gute Nachricht ist: Wir können das vermeiden! Wenn wir bewusst und achtsam kommunizieren, verbessern wir nicht nur unsere Gespräche, sondern auch unsere Beziehungen nicht nur im Privaten sondern auch zu Kollegen, Mitarbeitenden und Vorgesetzten.

Warum entstehen Missverständnisse?

Missverständnisse entstehen, wenn Sender und Empfänger einer Botschaft nicht auf „derselben Wellenlänge“ sind. Oft passiert das, weil wir im Stress nicht richtig zuhören, unausgesprochene Erwartungen haben oder unsere Worte nicht präzise wählen. Auch Körpersprache und Tonfall spielen eine große Rolle – was wir sagen, macht oft weniger aus als die Art, wie wir es sagen. Und am Ende laufen alle Informationen, die wir aufnehmen durch den Filter unserer Erfahrungen. Die aber kennen nur wir und nicht unsere Gegenüber. Wenn dieser Mechanismus jedoch für uns gilt, dann natürlich auch für alle Menschen, mit denen wir interagieren.

Wenn wir uns dieser Dynamiken nicht bewusst sind, kann ein harmloser Satz wie „Mach das bitte noch mal anders“ schnell als Kritik oder sogar als Angriff verstanden werden. Unser Ziel sollte es daher sein, klarer, bewusster und mit mehr Aufmerksamkeit für unser Gegenüber zu kommunizieren. Wie aber gelingt uns das?

Die Grundlagen achtsamer Kommunikation

Achtsame Kommunikation bedeutet, mit voller Aufmerksamkeit bei unserem Gesprächspartner zu sein. Dazu gehören zwei zentrale Elemente:

1.    Aktives Zuhören

Die meisten Menschen hören nicht wirklich zu – sie warten nur darauf, selbst zu sprechen. Doch wenn wir wirklich verstehen wollen, was unser Gegenüber sagt, müssen wir aktiv zuhören, also: 
  • Die/den anderen ausreden lassen, ohne direkt zu unterbrechen.
  • Mit Blickkontakt und Nicken signalisieren, dass wir präsent sind.
  • Rückfragen stellen, um sicherzugehen, dass wir richtig verstanden haben.

2.    Nicht-verbale Signale bewusst einsetzen

Unsere Körpersprache sagt oft mehr als unsere Worte. Wer mit verschränkten Armen spricht oder dabei auf sein Handy schaut, sendet unbewusst Signale der Abwehr oder Unaufmerksamkeit. Achtsame Kommunikation bedeutet daher auch, auf unsere Haltung, Mimik und Gestik zu achten, um unser Gegenüber nicht unbewusst vor den Kopf zu stoßen.

 

Die Rolle von Sprache und Tonfall in der Konfliktvermeidung

Wie wir etwas sagen, beeinflusst stark, wie es ankommt. Stell dir vor, du musst eine Aufgabe kritisieren. Der Satz „Das ist falsch, so geht das nicht!“ wird wahrscheinlich Widerstand hervorrufen. Stattdessen könnte ein achtsamer Satz lauten: „Ich sehe, dass du dir Mühe gegeben hast. Lass uns gemeinsam schauen, wie wir es noch optimieren können.“

Die wichtigsten Prinzipien dabei:

  • Ich-Botschaften statt Du-Botschaften: „Ich habe den Eindruck, dass...“ statt „Du hast das falsch gemacht.“

  • Positive Sprache nutzen: Statt „Das Problem ist...“ lieber „Die Herausforderung ist...“ sagen.

  • Klar und verständlich formulieren: Keine unnötigen Umschweife, sondern präzise und respektvolle Worte wählen.


Wie wir achtsam auf Kritik reagieren

Nicht nur das Sprechen, sondern auch das Zuhören von Kritik gehört zur achtsamen Kommunikation. Wer Kritik sofort abwehrt oder sich rechtfertigt (sich also selbst das Recht fertigt, warum es nicht geht), blockiert eine produktive Lösung. Stattdessen hilft es, offen und neugierig zu bleiben.

  • Erst zuhören, dann antworten: Bevor du reagierst, atme kurz durch und lass das Gesagte wirken.

  • Nachfragen, um Missverständnisse zu vermeiden: „Meinst du, dass ich zu wenig kommuniziert habe?“

  • Dankbarkeit zeigen: „Danke für dein Feedback, das hilft mir, mich weiterzuentwickeln.“

So bleibt die Kommunikation wertschätzend und Missverständnisse lassen sich direkt klären.


Praxisbeispiele für achtsame Kommunikation

Einige konkrete Situationen, in denen achtsame Kommunikation hilft:

  • Mitarbeitergespräche: Statt Kritik direkt zu äußern, erst die Perspektive des Gegenübers erfragen.

  • Meetings: Wenn jemand still ist, aktiv nach seiner Meinung fragen, statt Annahmen zu treffen.

  • E-Mails: Vor dem Absenden noch einmal durchlesen: Ist die Botschaft klar und wertschätzend formuliert?

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Achtsam sprechen, Missverständnisse vermeiden

Achtsame Kommunikation ist keine komplizierte Technik – sie erfordert nur mehr Bewusstsein im Alltag. Durch aktives Zuhören, eine bewusste Wortwahl und einen respektvollen Tonfall können wir Missverständnisse vermeiden und unsere Beziehungen im Beruf nachhaltig stärken.

Unsere Empfehlung: Probiere es doch einfach mal aus! Achte in den nächsten Gesprächen bewusst darauf, wie du kommunizierst. Du wirst überrascht sein, wie viel klarer und wertschätzender deine Botschaften ankommen.

 

Lies dazu auch folgende Blog-Artikel:

Hier noch das passende Zitat eines Beljean – Seminarteilnehmers:
Ich werde Kommunikation und Kommunikationsformen bewusster leben und erleben und meinen Gewinn daraus ziehen um Netzwerke zu schaffen und zu erhalten. Es gab einen klaren roten Faden. Die freien Reden haben mich persönlich weitergebacht und ich habe wertvolle Anregungen auch für mich privat mitgenommen.  
Matthias Thommen, Partner der Emmer Pfenninger Partner AG, Basel (CH)

 

 

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Topics: Leitfaden, Führungskraft, Mitarbeitergespräche, Unternehmensführung, Unternehmenserfolg, Mitarbeiterführung, Umgang mit Menschen, Umgang mit mir selbst, Fachkräftemangel

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Geschrieben von Mathias Heinrich

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