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#299 „Wenn die Erfahrung älterer Mitarbeitender plötzlich nicht mehr zählt“

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Foto von Mathias Heinrich

 

Fachkräftemangel einerseits und steigende Preise bei zum Teil überschaubarer Altersvorsorge sowie „Langeweile“ andererseits sorgen dafür, dass immer mehr ältere Menschen länger im Arbeitsleben verbleiben. Das ist einerseits gut, um langjährige Erfahrungen weiter zu nutzen und gleichzeitig eine Herausforderung für „nachwachsende Generationen“, die sich im Recht fühlen, ihre eigenen und neue/andere Wege durchzusetzen.

 


 

 

260700 Nr 299 Cover wenn Erfahrung nicht mehr zaehlt

 

 

Welches Dilemma tut sich da auf?

Diese Situation führt häufig zu einem Dilemma, weil beide Seiten für sich gesehen im Recht sind. Wie aber können wir dann als Führungskräfte versuchen, beiden Seiten gerecht zu werden? Zumal dann, wenn wir als Vorgesetzte der nachwachsenden Generation angehören und damit unsere Mitarbeitenden weit älter und erfahrener sind?

 

Was sind die Ursachen dafür?

Viele Mitarbeitende haben irgendwann den Eindruck, dass ihre Expertise und Erfahrung im Vergleich zu Jüngeren weniger zählt. Dahinter steckt allerdings häufig ein Kommunikationsdefizit zwischen Fach- und Führungskraft, das mehrere Ursachen haben kann.

  1. Die/der kann das schon…
    Die grundsätzlich größere Erfahrung älterer Mitarbeitender wird häufig auch auf Themen übertragen, die auch für diese neu und daher ebenso wenig mit Erfahrungen anzugehen sind, wie bei Jüngeren

  2. Die/der braucht kein Lob mehr …
    Häufig gehen Führungskräfte davon aus, dass ältere Mitarbeitende „schon genug gelobt wurden“ und daher keine weitere „Zuwendung“ mehr benötigen. Dank, Lob und Anerkennung geben aber Sicherheit und Wertschätzung – egal in welchem Alter

  3. Die/der ist älter als ich …
    Inzwischen sind viele Mitarbeitende älter als ihre Führungskräfte. Dann spielen gelegentlich Kind – Eltern – Rollen in berufliche Themen hinein, die da mal gar nichts zu suchen haben.

  4. Die/der will ja eh weniger arbeiten …
    Wenn ältere Mitarbeitende um Stundenreduzierung bitten, um z.B. ihre Eltern zu pflegen, dann geht das häufig mit dem Gedanken einher, dass ihnen nicht noch neue Projekte „um den Hals gehängt werden sollten“. Wenn diese Mitarbeitenden dann aber das Gefühl haben, pauschal und nicht situativ übergangen zu werden, ist das Missverständnis vorprogrammiert.

  5. Die/der stellt sich eh nicht mehr um …
    Gerade bei Nutzung neuer Technologien wird gelegentlich unterschwellig davon ausgegangen, dass die Hemmschwelle bei älteren Mitarbeitenden größer ist.

Wenn wir hier von Beispielen möglicher Kommunikationsdefizite reden, dann liegt die Lösung in diesem Fall recht nah: „Miteinander kommunizieren“ statt „übereinander denken“ ist die vermeintlich naheliegend einfache Auflösung. „Vermeintlich naheliegend einfach“ deswegen, weil in der Hektik des Tagesgeschäftes eben doch das eine oder andere an guten Vorsätzen über Bord geworfen wird. Umso wichtiger ist der wertschätzende gegenseitige Austausch und das damit verbundene urteilsfreie Zuhören.

 

Mögliche Fragen/Gedanken dazu seitens der Führungskraft

  • Ich sehe dich und möchte wissen, was dir wichtig ist?
  • Wo siehst du dich in diesem Projekt?
  • Welche Herausforderungen interessieren dich für die nächsten x Monate/Jahre?
  • Welche Ziele möchtest du erreichen und wie kann ich dich dabei unterstützen?

 

Mögliche Fragen/Gedanken dazu seitens der/des Mitarbeitenden

  • Wie siehst du meine Arbeit in diesem Projekt?
  • Wo kann ich noch besser werden, mich stärker einbringen?
  • Ich möchte noch x Monate/Jahre hier unterstützen, wie/wo kann ich mich weiterbilden?
  • Was bringt dich Führungskraft zu dem Gedanken, dass ich zu
    - langsam
    - wenig technikaffin
    - alt
    - etc.
    bin?

Fazit

Wirklich schwer ist es also nicht, die Bedürfnisse älterer Menschen mit der immer schnelleren Taktung in den Unternehmen zu harmonisieren. Es braucht „lediglich“ Fingerspitzengefühl und gegenseitige Wertschätzung. Dabei wünsche ich dir gute Ergebnisse.

 

Lies dazu auch folgende Blog-Artikel:


Hier noch das passende Zitat eines Beljean – Seminarteilnehmers:

Sowohl beruflich als auch privat habe ich viel aus dem Seminar mitgenommen. Ich bin heute selbstreflektierter und werde weiter an mir arbeiten. Es hat mich überrascht, wie die 6 Seminartage mich verändert haben. Ich nehme mir jetzt die Zeit, Gespräche mit Mitarbeitern zu führen, wo vorher nicht wirklich die Zeit da war.  

Ana Remis-Sánchez, Assistentin der Geschäftsführung der Alliance Möbel Marketing GmbH & Co. KG, Rheinbach  

 

 

Topics: Leitfaden, Führungskraft, Mitarbeitergespräche, Unternehmensführung, Unternehmenserfolg, Mitarbeiterführung, Umgang mit Menschen, Umgang mit mir selbst, Fachkräftemangel

Mathias Heinrich

Geschrieben von Mathias Heinrich

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