
Foto von Mathias Heinrich
Im Beljean Führungsseminar stellte ich neulich die Frage, was uns als Mensch am Wichtigsten auf der Welt ist. Also neben „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ und sogar noch wichtiger, also uns sehr nahe stehende Menschen.
Die Antwort eines Teilnehmers nach einiger Überlegung war dann „Ich möchte gemocht werden.“
Ein überaus berechtigter und auf den ersten Blick auch mehr als nachvollziehbarer Gedanke. Schließlich sind wir ja soziale Wesen, die in Gemeinschaft leben und dann gehört das „gemocht werden“ selbstverständlich auch dazu.
Gleichzeitig jedoch kann diese Antwort auch aus einer anderen Perspektive betrachtet werden und daher dieser Impuls.
Wie geben wir unbeabsichtigt anderen Menschen Macht über uns?
Wie geht es uns, wenn die eine oder andere Person im beruflichen oder auch privaten Umfeld, an die wir diesen Wunsch (bewusst oder auch unbewusst) haben, uns NICHT mag oder zumindest nicht so mag, wie wir das gern hätten?
Nur für den unwahrscheinlich Fall, dass es uns damit nicht ganz so gut geht, als wenn diese Person uns mögen würde, werden wir uns bitte darüber klar, dass wir dieser Person Macht über uns geben.
Um es anders ausgedrückt auf den Punkt zu bringen, wir geben anderen Menschen die Macht darüber, zu entscheiden, wie es uns geht. Ist dies wirklich das, was wir wollen?
Um ehrlich zu sein, natürlich ärgert es mich, wenn andere Menschen in meinem Umfeld mir nicht „wohlgesonnen“ sind, mich vielleicht sogar unkonstruktiv kritisieren oder (gerade in den sozialen Medien) über mich herziehen. Der Punkt dabei ist nur, ich lasse damit andere darüber entscheiden, wie ich mich fühle. Wie dumm ist das denn bitte – also von mir selbst? Denn meist handelt es sich ja auch noch um Menschen, die es aus meiner Sicht gar nicht verdient haben, diese Macht über mich zu erhalten.
Prüfe gern bei dir, wie du das siehst und was es mit dir macht, vielleicht bin ich an der Stelle ja eher exotisch unterwegs.
Wie aber kann dann unsere Firewall oder unsere Strategie im Umgang mit negativen oder im besten Fall neutralen Aussagen uns gegenüber aussehen?
Unabhängig machen in zwei Schritten
- Mach dich mental unabhängig vom außen. Geh natürlich sachlich gegen Kritik vor, nimm sie aber nicht persönlich. Mach dir bewusst, dass das, was andere über dich sagen oder urteilen, häufig mehr über sie selbst sagt, als über dich.
- Konditioniere dich zum Positiven mit Affirmationen wie
- „ich bin gut so, wie ich bin“
- „ich stehe zu mir“
- „ich lasse mir von anderen keine schlechte Laune anhängen“
- „ich mag mich“
Das ist ein Stück weit eine Übung, sich dessen immer wieder bewusst zu machen. Auch mir gelingt das nicht immer gleich gut. Mit der aber Bewusstmachung fängt es an und dann geht es von Mal zu Mal besser – versprochen.
Lies dazu auch folgende Blog-Artikel:
- #222 Selbstliebe und Selbstbewusstsein
- #244 Wie kann ich mich erfolgreich und nachhaltig selbst besser führen?
- #253 Die Kunst des Perspektivenwechsels: Wie du Empathie in deinem Alltag kultivierst
- #273 Achtsame Kommunikation: Wie wir Missverständnisse vermeiden und Beziehungen stärken
Hier noch das passende Zitat eines Beljean – Seminarteilnehmers:
Ich habe wieder mehr zu mir selbst bzw. zu meinen Wurzeln gefunden. Ich werde Ziele aufstellen, verfolgen und mich nicht davon abbringen lassen. Mein Selbstbewusstsein wurde gestärkt. Aus meiner persönlichen Sicht gibt es nichts zu verbessern, was für Sie und das Seminar spricht.
Chris Pannwitz, selbständiger Handelsvertreter der Schreiner GmbH


