Foto von Mathias Heinrich
Unser Gehirn braucht Beschäftigung und wenn wir nicht grad tief im Flow in irgendwelchen Themen stecken, dann macht sich unsere CPU auch schonmal selbständig und überlegt, womit sie sich auseinandersetzen kann. Frei nach dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“ denkt sie über Erlebtes nach und kommt zu neuen Schlüssen.
Sind diese dann aber auch immer richtig? Was passiert uns in Diskussionen, wenn wir auf Interpretation setzen? Und warum kommen unsere Gedanken beim Gegenüber ganz anders an, als wir das gemeint haben?
Die häufigsten Fehler beim Denken
Da gibt es schon mal Übersetzungsfehler und umso spannender ist es daher, diese möglichst zu minimieren. Wie kommen wir also zu „richtigem“ Denken und was ist das überhaupt?
Schauen wir uns dazu mal die häufigsten Fehler beim Denken an. Wenn es uns gelingt, diese zu erkennen, dann ist das der halbe Weg zum „besseren Denken“.
- Eigene Bewertungen und Erfahrungen ausschalten
Wir lassen alles, was wir über unsere Sinne aufnehmen, automatisch durch den Filter unserer eigenen Erfahrungen laufen – es geht gar nicht anders. Sind aber unsere Erfahrungen die einzig wahren oder richtigen Erfahrungen? Sind die Erfahrungen anderer Menschen mindestens für sie selbst so wahr, wie die unsrigen Erfahrungen für uns? Wenn wir also unseren Fokus größer ziehen und anderes Denken als wahr für andere akzeptieren können, dann hilft das ungemein. Andere nennen diese Eigenschaft übrigens „Toleranz“.
- Keine voreiligen Schlussfolgerungen ziehen
Die Welt ist ja sooo einfach. Mit einem Teil erhaltener Informationen, ergänzt durch die eigenen Erfahrungen ist ziemlich schnell klar, wo der Hase hinwill oder? Naja, vielleicht für uns, aber noch lange nicht für unser Gegenüber. Wenn ich dann on top gar nicht richtig weiter zuhöre, weil ich die Gedanken meiner Gegenüber sowieso schon kenne, dann ist der Fehlinterpretation Tür und Tor geöffnet und das Missverständnis perfekt.
- Die Welt ist bunt und nicht schwarz-weiß
Wie schön wäre es, wenn wir die Welt in gut und böse oder schwarz und weiß einteilen könnten. Geht aber nicht, die Welt ist maximal farbig, bunt und voller Grautöne. So vielfältig sind dann aber auch gedankliche Lösungsansätze. Die Komplexität unserer vernetzten Welt kommt hinzu und dann wundern wir uns, wenn die meisten Politiker keine einfachen Antworten bzw. Lösungen mehr parat haben? Finde den Fehler!
- Persönliche Betroffenheit
Warum haben wir immer mal gute Empfehlungen für Freunde, sind gleichzeitig aber nicht in der Lage, diese Ratschläge mal selbst zu beherzigen? Na klar, Ratschläge sind ja schließlich auch ne Form von Schlägen aber noch viel mehr macht uns die eigene Betroffenheit einen Strich durch die Rechnung. Wir sind emotional mit Themen, Situationen oder Menschen verbunden. Unser Denken läuft genau durch den Filter dieser Verstrickung. Deswegen übrigens bin ich der denkbar schlechteste Coach meiner Frau und die Erkenntnis war echt hart für mich.
- Die Verallgemeinerung
Je älter wir werden, desto mehr Erfahrungen haben wir (siehe Punkt 1). Irgendwann im Leben ist dann (fast) alles schonmal dagewesen. Vielleicht nicht exakt so, wie in dieser aktuellen Situation, aber naja, so ähnlich halt. Und zack, denken wir in der Verallgemeinerung. Dabei überdenken bzw. übersehen wir dann Aspekte, die sich eben doch minimal, aber immerhin, unterscheiden. Schon sind wir auf der Bananenschale der Verallgemeinerung ausgerutscht.
- Angst vor Neuem
Eine unserer Ur-Ängste ist die Angst vor dem Unbekannten, dem Neuen, der Unsicherheit. Der Grund dafür ist einfach, wir wissen nicht, wie es ausgeht und ob wir überleben. Also versuchen wir konsequent, alles Neue und Unbekannte möglichst zu vermeiden. Lieber denken wir um die Ecke, anstatt den nächsten Schritt gedanklich in unbekannte Gefilde zu setzen. Wenn wir jedoch immer die gleichen bekannten Wege gehen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir immer wieder an gleichen Stellen (gedanklich) rauskommen oder? Also, loslassen und auf ins neue Erlebnisse und Erfahrungen.
- Dramatisierende Wortwahl
Ich bin jemand, der gern übertreibt um deutlich zu machen. Was ich dabei übersehe, ist, was meine Worte beim Gegenüber anrichten können. Mit emotionaler oder übertriebener Sprache mache ich aus Worten verletzende Waffen und darf mich nicht wundern, wenn aus Verletzungen über die Zeit hässliche Narben werden.
Fazit
Sollten wir nach dieser Liste möglicher Denkfehler das Denken dann sicherheitshalber ganz einstellen um bloß keine Fehler mehr zu machen? Nun erstens geht das gar nicht und zweitens ist es auch nicht nötig. Ein bisschen mehr aktives, bewusstes und mitfühlendes statt egoistischen Denken hilft ganz sicher bei wertschätzendem Umgang mit unseren Mitmenschen. Diese werden es uns mit Vertrauen und einer besseren, intensiveren Beziehung danken.
Lies dazu auch folgende Blog-Artikel:
Hier noch das passende Zitat einer Beljean – Seminarteilnehmerin:
Das Beljean-Seminar war sehr ausführlich und praktisch orientiert, mit vielen Übungen, die im Arbeitsalltag helfen. Durch die drei Seminarblöcke und die zusätzlichen Aufgaben konnte ich das Gelernte immer wieder wiederholen und auch im täglichen Doing umsetzen. Insgesamt war das Seminar äußerst bereichernd und hat mir geholfen, mein Denken und Handeln als Führungskraft zu verändern.
Theresa Bois, Marketingleitung der Alliance Möbel Marketing GmbH & Co. KG, Rheinbach