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#193 Generation Z und die Krise – welche Veränderungen bringt der Krisenmodus für Berufseinsteiger?

Geschrieben von Mathias Heinrich | 15.1.2021

(Bildquelle: Pixabay)

Vor den Krisen (Corona, Ukraine) hatten wir einen Arbeitnehmermarkt, die MitarbeiterInnen konnten sich Arbeitsplätze nahezu aussuchen und die Unternehmen haben sich beworben. Mit Beginn der Krisen und durch den Fachkräftemangel haben sich diese Kräfte verschoben, nun ruckeln sie sich grad wieder zurecht. Was bedeutet das für die nachwachsende Generation Z?

Veränderungen für die Generation Z

Bisher wurden die jungen Menschen, die seit 1995 geboren wurden, die Generation Z genannt. Es ist die Generation der heute 20 - 30jährigen, die komplett digital aufwachsen sind. Diese Bezeichnung (Generation Z) wird grad überdacht in Generation Lockdown oder Generation Corona oder vielleicht auch Generation Krise. Denn diese Generation ist mit globalen Krisen groß geworden, wie kaum eine andere zuvor: Flüchtlingskrise, Klimakrise, Finanz- und Wirtschaftskrise und nicht zuletzt Corona- und Kriegskrise.

Unabhängig von der Benennung ist es die Generation, für die es bis 2020 immer nur ein bergauf und immer schneller immer mehr und immer weiter gab. Der Arbeitsmarkt hat sich förmlich um sie gerissen, denn auch hier gab es nur eine Richtung und die hieß bergauf – die Unternehmen waren froh, alle Ausbildungsplätze besetzen zu können.

Dementsprechend wichtig war den Berufseinsteigern die Trennung zwischen Arbeit und Leben, die noch stärker über die Work-Life-Balance der vorherigen Generation Y (1980 - 1995 geboren) hinausging. Arbeit war schließlich nicht mehr orts- oder zeitgebunden, umso wichtiger war die Abgrenzung.

 

Perspektiven für die Generation Z

Mit Beginn der Coronakrise haben sich diese Mechanismen verschoben, die Auszubildenden waren froh, eine begonnene Ausbildung überhaupt abschließen zu können und die Verwaltung von Kurz- und Krisenarbeit hatte dem „War for Talents“ ein schnelles Ende bereitet.

"Nach Corona" scheint es sich wieder auf einen Arbeitnehmermarkt hinzubewegen, viele Unternehmen such händeringend wieder Personal. Was bedeuten diese Verschiebungen für die Generation Z? Ergeben sich daraus Nach- oder Vorteile? Nun, das hängt von der Perspektive ab, aus der auf den Arbeitsmarkt geschaut wird. Verändern wir also kurz den Blickwinkel.

Corona hat dafür gesorgt, dass in Sachen Digitalisierung der Prozesse in den Unternehmen der Turbo eingeschaltet wurde. Die datenschutztechnischen Vorbehalte zu Themen wie Videokonferenzen, berufliche Chats über WhatsApp, Onlineshops, Homeoffice und bargeldlose Zahlungen wurden notgedrungen zunächst über Bord geworfen und digitale Infrastruktur wurde häufig über Nacht aus dem Boden gestampft.

Wer aber soll „das ganze Zeug“ warten, wer den Überblick behalten, wer dafür sorgen, dass schnell zusammengekaufte Hardware gut in vorhandene Prozesse eingepasst wird und wo steckt die sozusagen „angeborene“ Affinität für all das? Natürlich in etablierten IT-Abteilungen, aber eben auch in der Generation Z, die mit einem neuen, unverbrauchten Blick auf die eingefahrenen Prozesse der letzten Jahre schaut.

Ein zweiter Aspekt kommt hinzu. Durch die veränderte ArbeitnehmerInnen-Nachfrage bei Großunternehmen (die sich in der Vergangenheit ihre benötigten Talente „einfach“ zusammenkaufen konnten), ergeben sich zum einen Chancen für KMU`s auf gute Fachkräfte von Morgen und zum anderen können die Mitarbeitenden dadurch „heimatnah“ eingesetzt werden, sie müssen weniger häufig umziehen und die schon beschriebene Work-Life-Balance stellt sich positiver dar. 

 

 

Ist deswegen auf dem Arbeitsmarkt nun alles wieder gut? Sicher nicht. Ist deswegen aber nun alles schlecht oder furchtbar? Sicher auch nicht. Wenn die Angehörigen der Generation Z ihre Nischen erkennen und diese bespielen, dann haben sie weiterhin gute Chancen auf spannende Arbeitsplätze. Und wenn die Unternehmen die Vorteile der Generation Z erkennen und diese für sich gut einsetzen, dann haben wir die WIN-WIN-Situation, die allen hilft.

Ich wünsche Ihnen, dass sich diese und alle noch kommenden Krisen für Sie zum Vorteil entwickelt, egal auf welcher Seite Sie stehen. Manchmal hilft ja schon ein kleiner Schritt nach rechts oder links, um neue Türen zu entdecken, die ohne Bewegung nicht erkennbar gewesen wären.

Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen und Meinung dazu mir per Mail oder über die sozialen Medien mitteilen.

 

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Hier noch das passende Zitat eines Teilnehmers:
Das Seminar hat mich einen großen Schritt vorangebracht. Selbstkritisch zu schauen, ob und wie ich Dinge angehe, meinen Horizont zu erweitern und entsprechend meine Vorstellung nachhaltig prägen zu können, waren wichtige Ergebnisse für mich. Es ist beeindruckend, wie einfach und wirkungsvoll Themen angebracht werden können. Behalte deinen Humor Mathias, die Generation Y war dabei und dankt dir für das tolle Seminar.
Marvin Schünemann, Head of Customer Relations der Hornetsecurity GmbH


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