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#300 „Welche Fehler begehen Führungskräfte am Häufigsten?“

Geschrieben von Mathias Heinrich | 21.9.2026

Foto von Mathias Heinrich

 

Stress, vorgegebene Ziele, die es zu erreichen gilt, immer mehr und höher und weiter. Unter diesen Rahmenbedingungen wird das Menschliche bei der Führung häufig übersehen bzw. gerät in den Hintergrund. Dabei sind die Zufriedenheit der Mitarbeitenden und die Wertschätzung im Umgang mit ihnen direkte Gradmesser für Kundenzufriedenheit und damit auch für Zielerreichungen.

 


 

 

 

 

Welche typischen Fehler von Führungskräften sehen wir
immer wieder?

Umso wichtiger ist es also, sich darüber Gedanken zu machen, welche Fehler von Führungskräften im Tagesgeschäft dazu führen können, dass Mitarbeitende demotiviert werden. Schauen wir uns also mal eine Reihe typischer Führungsfehler an, die (wenn wir sie uns nicht bewusst machen) zu viel Reibung und damit zu Verlustenergie im Team führen können.

  1. Miss – statt Vertrauen
    Vertrauen ist die Grundlage von allem und absolut. Es gibt kein halbes Vertrauen. Entweder wir vertrauen Menschen oder wir vertrauen ihnen nicht - dann misstrauen wir ihnen. Wir haben anderseits eine feine Antenne dafür, ob uns ver- oder misstraut wird. Gegen Misstrauen anzuarbeiten, bedeutet immer, sich zu rechtfertigen, also sich das Recht zu fertigen, warum oder warum nicht … Das kostet viel unnötige Energie und bringt Menschen immer wieder in die Defensive.

  2. Mikromanagement
    Das habe ich gerade in Vertriebssituationen immer wieder erlebt. Werden Umsatzvorgaben nicht erreicht, steigen Führungskräfte ins Mikromanagement ein. Wie viele Anrufe, Termine, Besuche, Präsentationen wurden pro Zeiteinheit durchgeführt? Der Gedanke dahinter: hohe Aktivität führt irgendwann zu gewünschten Ergebnissen, der Salesfunnel füllt sich. Der Haken dabei: was zählt, ist der Umsatz oder die Anzahl der Neukunden und nicht die gefahrenen Kilometer oder die Zeit am Telefon – zumal dann, wenn die Überzeugung dafür fehlt. Dann wird hier Energie verbrannt und das Misstrauen steht im Vordergrund.

  3. Nachtragend sein
    Ein gutes Gedächtnis kann helfen, Fehler nicht zu wiederholen. Nachtragend zu sein, bedeutet aber, dass wir Menschen immer wieder Dinge vorhalten, die den Zenit der Vergänglichkeit schon lange überschritten haben. Machen wir uns bitte bewusst, dass hier nichts anderes als die eigene Unsicherheit dahintersteckt. Denn wenn wir tagesaktuell argumentieren könnten, dann würden wir die Vergangenheit nicht immer wieder aufleben lassen oder?

  4. Alles ist immer gleich wichtig und dringend
    Selbstverständlich gibt es immer mal wieder Themen, die aufkommen und unmittelbar abzuarbeiten sind. Dafür hat jede:r Verständnis. Wenn hingegen nahezu jedes Thema mit dem Hinweis der absoluten Dinglichkeit vergeben wird, dann stumpft diese Waffe ebenso ab, wie ein Messer, dass nie nachgeschärft wird.

  5. Nicht zuhören
    Wenn unsere Mitarbeitenden das Gefühl haben, dass ihre Führungskräfte ständig „auf der Flucht sind“ und „eh nicht zuhören“, dann werden sie sich der Mühe der Kommunikation nicht weiter hingeben und resignieren – es macht ja sowieso keinen Sinn. Zuhören bedeutet, den Menschen anzuschauen, der mit uns spricht, ihn wertschätzend wahrzunehmen und sich auf ihn zu konzentrieren anstatt nebenbei noch mal eben ne Email/WhatsApp abzuschicken. Ausreden lassen statt urteilen. Dem Gegenüber helfen, selbst auf Lösungen zu kommen statt Ratschläge zu geben. Fokus eben statt „du störst mich“.

  6. Ständigen Perfektionismus erwarten
    Für 80% Zielerreichung benötigen wir 20% Aufwand. Das bedeutet, dass wir für die restlichen 20% Zielerreichung 80% weiteren Aufwand reinstecken müssen. In der heutigen Taktung unserer Mitarbeitenden bedeutet dies weiter, dass wir sie bei ständiger 100%-Erwartungshaltung in die Überarbeitung und damit ins Burnout und in die Depression schicken. Mit wieviel Aufwand also können wir vertretbare Ziele erreichen, daran lernen und dann anschließend mit aktuell gemachten Erfahrungen verbessern?

  7. Einmal getroffen Entscheidungen immer wieder infrage stellen
    Entscheidungen zu treffen, ist häufig nicht leicht, weil viele Parameter Einfluss darauf haben können und nicht alle bekannt sind. Gleichwohl zeigt uns mindestens die Trump`sche Politik, wie herausfordernd es sein kann, mit immer wieder neuen Entscheidungen und Rahmenbedingungen umzugehen. Wenn das auf politischer Ebene so ist, dann wird es bei regionalen Entscheidungen nicht anders sein. Die Mechanismen sind die gleichen.

  8. Störgrößen im Team tolerieren
    Es kommt immer wieder vor. Da gibt es echte Leistungsträger im Team, die sich aber nicht oder nur sehr schwer ins Team einfinden können. Als Führungskraft stehen wir hier klassisch vor einem Dilemma. Den Leistungsträger austauschen und damit die Vorgaben gefährden. Dafür aber das Team befrieden oder den High Performer gewähren lassen und den Frieden gefährden? Ich bin ganz klar dafür, das Team in den Vordergrund zu stellen. Häufig ergibt sich Austausch von „Störgrößen“ eine neue Aufbruchstimmung im Team, sodass Zielvorgaben doch wieder erreichbar werden.

Wie wir sehen, gibt es schon einiges an Fehlern die uns als Führungskräfte unterlaufen können. Trotz dieser Herausforderungen empfinde ich die Arbeit mit Menschen noch immer als erfüllend und bereichernd. Ich wünsche dir, dass du das für dich ähnlich empfindest.

 

Lies dazu auch folgende Blog-Artikel:


Hier noch das passende Zitat eines Beljean – Seminarteilnehmers:

 Das Seminar hat meinen Blickwinkel auf mich, auf Mitmenschen verändert. Ein Perspektivwechsel ist immer ratsam. Der Ansatz „Veränderung von Vorstellungen“ ist wirklich universell anwendbar. Ich habe intensiv von dem Seminar profitiert.  

 Andre Probst, Vertriebsinnendienst der Hornetsecurity GmbH, Hannover