Foto von Mathias Heinrich
Bevor wir hier inhaltlich einsteigen, gestatte mir zwei Begriffsdefinitionen, damit wir das gleiche Bild im Kopf haben.
Leistungsstärke bezeichnet die physische Leistungsfähigkeit, die durch körperliches Training, regelmäßige Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung ausgebaut werden kann. Es handelt sich also um körperliche Fähigkeiten.
Die mentale Stärke beschreibt die Fähigkeit, auftretende Herausforderungen (schwierige Situationen, Druck) mit einer grundsätzlich positiven Einstellung, innerer Ausgeglichenheit und dem Abrufen bestmöglicher gedanklicher Leistung zu begegnen. Es handelt sich also um geistige Fähigkeiten, die ebenfalls antrainiert werden können.
Soweit zur Definition. Die zentrale Frage ist nun, wie wir unsere mentale Stärke aktiv trainieren und verbessern können?
Das funktioniert dem Grunde nach in fünf Schritten
Schritt 1: Resilienz entwickeln
Die innere Widerstandkraft, das aktiv bewusste JA oder NEIN sind die Grundlage für mentale Stärke. Diese gilt es wie einen Muskel immer wieder zu trainieren, denn die Muskeln sind die Quelle der Kraft.
Schritt 2: negative Gedanken anerkennen und zulassen
Auch Menschen mit nach außen großer mentaler Stärke haben negative Gedanken. Sie lassen diese aber aktiv zu. Der Unterschied ist also, wie sie in solchen Momenten damit umgehen. Das bringt uns zu
Schritt 3: Gedankenstopp
Als „Sofortmaßnahme“ kann der Gedankenstopp helfen. Dazu nötig ist die Bewusstmachung, in einer negativen Gedankenspirale unterwegs zu sein UND die aktive Entscheidung, damit unmittelbar aufzuhören.
Schritt 4: Umformulieren
Dies ist der entscheidende Schritt. Die negative Gedankenspirale so umzuwandeln, dass wir sie in positive und stärkende Gedanken umwandeln. Dazu helfen offene Reflektionsfragen wie
Schritt 5: Der Weg ist das Ziel
Der ständige Fokus auf die Zielerreichung führt dazu, dass wir die schönen Dinge links und rechts des Weges nicht mehr wahrnehmen – der Blick ist ja auf das Ziel in der Ferne gerichtet. Am Wegesrand gibt es aber nicht nur schöne Dinge zu beobachten, sondern auch nützliche Werkzeuge, die uns bei unserem Tagwerk helfen können. Dazu müssen wir sie „nur“ wahrnehmen. Wenn wir darüber hinaus das, was wir tun, gerne tun, dann spüren das unsere Mitmenschen und wir dürfen die Geschenke entlang des Weges „einsammeln“. Die Ziellinie findet unser Unterbewusstsein schon von ganz alleine. Insbesondere bei sehr großen und weit entfernten Zielen ist es sinnvoll, sich Handlungs- und Zwischenziele zu setzten anstatt nur auf Ergebnisziele hinzuarbeiten.
Wer das Beljean Seminar besucht hat, weiß um die Kraft der Veränderung der Vorstellung. Wie viele Ereignisse finden in unserer Vorstellung statt, die nie Realität werden? Was passiert, wenn wir uns nur noch mit den Dingen beschäftigen, deren Ergebnisse wir auch wirklich beeinflussen können? Zu welcher Kapazitätserweiterung in unserem mentalen Arbeitsspeicher führt das?
Ja, es braucht Training und Anstrengung – aber das kennen wir ja vom körperlichen Training auch. Warum sollte es also beim Training unserer mentalen Muskulatur anders sein?
Lies dazu auch folgende Blog-Artikel:
Hier noch das passende Zitat einer Beljean – Seminarteilnehmerin:
Das Seminar hat mir erneut vor Augen geführt, wie stark die eigene Vorstellung und Sichtweise das tägliche Handeln beeinflussen. Besonders wertvoll war für mich die Erkenntnis, dass nachhaltige Veränderung bereits bei den eigenen Denkweisen beginnt und Reflexion so tief gehen muss, bis sie zur inneren Haltung wird. Selbstmanagement bedeutet für mich weit mehr als Methoden anzuwenden, es ist eine bewusste Haltung und ein kontinuierlicher Prozess. Bleib so authentisch, Mathias! Deine Fähigkeit, auf die Individualität der Teilnehmenden einzugehen und dabei stets auf Augenhöhe zu bleiben, macht dich besonders.
Stavrula Siori, Service Delivery Managerin bei der Volkswagen Group Digital Solutions GmbH