
Foto von Mathias Heinrich
Warum eigentlich muss Stress zum Berufsalltag gehören? Wer bitte hat das mal irgendwann in der Vergangenheit so festgelegt? Warum führen immer mehr neuzeitliche Erfindungen und technologische Werkzeuge zu einer immer höheren Taktung?
Zu einem Spiel gehören immer zwei
Nun, zu einem Spiel nach Regeln gehören ja bekanntlich immer zwei – eine/r stellt die Regeln auf und die/der andere akzeptiert diese und spielt danach. Gilt das etwa auch für den Umgang mit Druck und Stress im Beruf? Naja, ein stückweit schon und daher empfinden mache Zeitgenossen ja ihr Gehalt auch eher als Schmerzensgelt denn als Entlohnung.
Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass das Spiel zu Ende ist, wenn wir nicht mehr nach vorgegebenen Regeln (Taktung) spielen. Es liegt also auch „a bisserl“ an uns, wie weit wir uns den Regeln ausliefern.
Strategien zur Stressbewältigung
An diesem Punkt möchte ich gern ansetzen und schauen, was wir tun können, um gut mit Stress und Druck umzugehen. Also konkret, welche Strategien zur Stressbewältigung können wir nutzen? Merksatz dazu:
Eine positive Grundeinstellung, mentale Stärke und ein gutes Selbstmanagement sind der Schlüssel zu mehr Gelassenheit, langfristiger Gesundheit und damit zu einem besseren Umgang mit Herausforderungen.
Welche Werkzeuge, Mechanismen oder Punkte zur Veränderung der Vorstellung stehen uns nun konkret zur Verfügung? Dazu sechs Punkte.
- Positives Denken
Wir können uns über Fehler, die passieren, ärgern. Wir können nicht erreichte Ziele als Fehlschläge interpretieren. Wir können unnötige Wege als sinnlose Zeitverschwendung abtun. Wir können uns stattdessen aber auch fragen:
- „Was will mir das Schicksal damit jetzt grad sagen?“
- „Welches Learning darf ich hier für mich mitnehmen?“
- „Warum ist das jetzt vielleicht sogar grad gut für mich?“ - Aktiv innehalten
Warum nicht mal leise (oder auch laut) und bewusst „STOP“ sagen, innehalten, tief durchatmen, einmal (gedanklich) schütteln und um die eigene Achse drehen um die Perspektive zu ändern? Dann nochmal tief durchatmen und nach Antworten auf die unter Punkt 1 formulierten Fragen suchen. - Worüber freue ich mich grad?
Wer das Beljean Seminar besucht hat, kennt diese Frage. Sie ist das Doping für die Seele. Es geht um die aktive Bewusstmachung der kleinen positiven Dinge. Die Tasse Kaffee, ein gut geführtes Gespräch, das Wetter oder das Familienbild auf dem Schreibtisch. All diese Kleinigkeiten können Stress reduzieren und Resilienz stärken – wir dürfen sie uns „nur“ ins Bewusstsein holen. - Chancen statt Probleme sehen
Das Leben stellt uns (oder schenkt uns) immer wieder neue kleine oder auch große Herausforderungen. Sie fallen über uns her und wir haben häufig keine Möglichkeit, ihnen zu entkommen. Wir haben aber die Entscheidungsfreiheit, wie wir mit ihnen umgehen, wie wir sie annehmen. Diese Entscheidung nimmt uns auch niemand ab. Manche Tage schaue auch ich zum Himmel und denke leise oder auch laut „was liebes Schicksal willst du mir damit jetzt bitte sagen?“ „Welches Learning hältst du mit dieser Aufgabe für mich bereit?“ - Unterstützung suchen
In meinen Coachings erlebe ich es sehr oft, dass Menschen allein schon dadurch Lösungen für sich finden, indem sie darüber berichten und auch mir geht es das eine oder andere Mal so, wenn ich mich mit Anderen austausche. Ein ruhiges Gespräch mit vertrauten Menschen hilft, Stress abzubauen. - Den Ausgleich suchen
Sich aktiv Ausgleichszeit einzuplanen, hat nichts mit Zeitverschwendung zu tun. Der Akku meines E-Autos braucht auch Zeit, um zu laden und danach wieder zu leisten. Warum bitte soll mein eigener Akku diese Zeit nicht brauchen?
Der positive Umgang mit Stress und das Leben in Ausgeglichenheit sind keine angeborenen Eigenschaften. Es sind jeden Tag neu von mir bewusst und aktiv getroffene Weichenstellungen.
Lies dazu auch folgende Blog-Artikel:
- #138 aktiver Umgang mit andauerndem Stress
- #191 Wie erhalte ich mir meine Motivation in Krisen?
- #205 Wie erreiche ich die für mich optimale Work-Life-Balance?
- #244 Wie kann ich mich erfolgreich und nachhaltig selbst besser führen?
Hier noch das passende Zitat eines Beljean – Seminarteilnehmers:
Ich habe durch das Seminar mein Blickfeld erweitert, Änderungen nicht immer gleich zu negieren. Meine Ziele sind mir klarer geworden und auch, was mir wichtig ist.
Jan-Michael Bruhn, Produktionsplaner der Lißner engineers + architects, Appen


