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Wegfall der Führungsebenen – die Work-Life-Balance der Generation Z

[fa icon="calendar"] 11.10.2019 / von Mathias Heinrich

austin-distel-wD1LRb9OeEo-unsplashWegfall der Führungsebenen – die Work-Life-Balance der Generation Z(Photo by Austin Distel on Unsplash)

Vor einigen Tagen hatte ich die Möglichkeit, einem Vortrag von Dr. Steffi Burkhart (www.steffiburkhart.de) beizuwohnen. Im Folgenden möchte ich diesen Vortrag gern zusammenfassend wiedergeben, weil er doch einige aus meiner Sicht sehr spannende Zusammenhänge für die Führungsarbeit aufdeckt und erläutert.

Diese Zusammenfassung ist mit Dr. Burkhart abgestimmt.

Frau Dr. Burkhart ist 34 Jahre alt (gehört also der Generation Y an) und bezeichnet sich selbst als Impulsgeberin, Sprachrohr, Human Capital Evangelist und Generationenforscherin. Sie inspiriert mit ihren Thesen mittelständische und große Unternehmen. Ein lohnenswerter Blick auf ihre Homepage verrät viele weitere spannende Details.

 

Vorab zur Definition der einzelnen Generationen


Generation Wirtschaftswunder                 1935 – 1949
Generation Babyboomer                          1950 – 1965
Generation X                                            1966 – 1980
Generation Y                                            1981 – 1995
Generation Z                                            1996 – 2010


Die Generationen Y und Z werden auch als Millennials bezeichnet.

 

Bis 2030 werden wir 8 – 10 Millionen Babyboomer haben, die in Rente gehen. Diese Menge an Arbeitskräften werden wir durch die Generation Z und nachfolgende nicht ersetzten können. Das wird dazu führen, dass das Wachstum der Unternehmen seine Grenzen in der Verfügbarkeit von Mitarbeitern findet. Umso wichtiger ist es grad im Mittelstand, sich frühzeitig darauf einzustellen. Große Unternehmen können sich am Ende Mitarbeiterpools zusammenkaufen, kleine und mittlere Unternehmen können das nicht. Auch die Zuwanderung wird uns da nicht helfen, denn in anderen Industrienationen sieht es keinesfalls besser aus. Wir steuern also mit großen Schritten auf einen weltweiten Kampf um die besten Talente zu. 

Wenn wir nun davon ausgehen, dass künstliche Intelligenz und die weiter fortschreitende Digitalisierung zu immer schnelleren Veränderungen in Politik und Gesellschaft führen, dann sind es genau die Millennials, die diese Herausforderungen werden lösen müssen. Dabei werden die Erfahrungen der älteren Generationen sicher nicht hilfreich sein, denn ein Fortschreiben der Vergangenheit wird die Zukunft nicht gestalten.  

 

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Was sind „typische“ Erwartungen, Ansichten und Treiber der Generation Z?

  • Alles läuft im Internet „on demand“. Dazu ist es wichtig, dass die Kundenerfahrung an den verschiedenen Berührungspunkten möglichst gleichbleibend positiv ist (Customer Experiences an den Touchpoints). Die nötige menschliche Komponente dabei fokussiert sich auf die Service Orientierung und die sozialen Fähigkeiten (social skills)

  • Alles ist bequem zu erledigen, also convenient“

  • Eigenes Ausprobieren statt Erfahrung anderer

  • Der Sinn und Zweck der Aufgaben will verstanden werden

  • Es wird nach Möglichkeiten der Einflussnahme auf Ergebnisse gesucht. Greta Thunberg ist dafür ein gutes Beispiel. Anders als die Generation Y gibt es hier ein hohes politisches Interesse im Sinne eines Veränderungswillens.

  • Mobilität (Fahrzeug) muss nicht mehr „besessen“ werden, sie kann als Service situativ gebucht werden

  • Beide Partner in einer Lebensbeziehung werden arbeiten, um den Lebensunterhalt sicherzustellen

  • Altersvorsorge im Sinne von Sicherheit hat einen hohen Stellenwert

  • Familie und Kinder werden wieder wichtiger, weil auch sie Sicherheit geben. Dazu gehören auch eine gesunde Work-Life-Balance sowie nach Möglichkeit das Arbeiten von Zuhause aus als erste Wahl

  • Andererseits gehören Wechsel der Arbeitgeber und das Suchen nach neuen Projekten zum Lebenslauf dazu

  • Der Austausch mit anderen Menschen ist als Netzwerken und Finden von Innovationen wichtig

 

Dazu ist bei der Generation Z ein Mindset nötig, welches besteht aus

  • Lebenslangem Lernen

  • Ständige Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten wie Kommunikation, Neugierde, Agilität, Kreativität, Zusammenarbeit, Verhandlungsgeschick

  • Flexible Ansichten

Idealerweise sollte bereits in der Schule damit begonnen werden, diese Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln. Aber das ist ein eigenes und anderes Thema.

Lt. dem World Economic Forum existieren 65% der Jobs, in denen die Generation Z arbeiten wird, heute noch gar nicht.

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Wie lassen sich dann Angehörige der Generation Z führen?

„Gute Führung“ lässt sich in zwei Komponenten trennen

  1. Management Skills
    hierunter wird die Fähigkeit verstanden, Geschäfte zu leiten und fachlich weiterzuentwickeln. Gute Fachkräfte wurden und werden hier zu Führungskräften ernannt. Sie nennen sich nun Manager.

  2. Leadership Skills
    hier geht es um das Führen von Mitarbeitern im Sinne von
    - eine Richtung vorgeben
    - eine Sogwirkung aufbauen
    - Motivation und Inspiration ins Team geben
    - Fordern um zu fördern

    Im Zentrum steht also die Einstellung zu meinen Mitmenschen und nicht das Führen von Angestellten. Wenn ich für mich die Frage „Mag ich Menschen wirklich und will ich mit Menschen arbeiten?“ positiv für mich mit einem eindeutigen „Ja“ beantworte und die Akzeptanz meines Handelns durch das Team bekomme, dann habe ich die Chance, eine wirklich gute Führungskraft zu werden und das Fachliche ist weiter wichtig, dem aber eindeutig untergeordnet.

Wenn Sie diese Zeilen aufmerksam gelesen haben, dann werden Sie ein Dilemma erkennen, welches die Generation Z mit sich trägt. Auf der einen Seite ist sie getrieben durch ein hohes Maß an Innovation und Veränderung. Auf der anderen Seite ist Sicherheit sehr wichtig. Dieser Widerspruch löst sich dadurch ein Stück weit auf, indem die Generation Z sehr viel Wert auf Selbstreflexion und einer gesunden Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Freizeit legt.

Hier steckt übrigens auch eine Chance für Personaldienstleister, die in der Lage sind, einerseits ständig neue „Experiences“ bei verschiedenen Kunden anzubieten und andererseits die Sicherheit einer Festanstellung bei eben diesem Personaldienstleister.

 

Was können wir als etablierte Unternehmen im Mittelstand als Fazit ziehen:

  • Die Generation Z hat andere Ansprüche, als die Generation Y.

  • Wenn es uns gelingt, diese Ansprüche abzubilden, dann haben wir gute Chancen, den „Kampf um die Besten“ mit kreativen Ideen und hoher Umsetzungsgeschwindigkeit zu gewinnen.

  • Wenn wir weitermachen wie bisher, werden wir den Anschluss verlieren und damit unattraktiv für zukünftige Fach- und Führungskräfte. Es wird zu Marktbereinigungen kommen.

Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen und Meinung dazu mir per Mail oder über die sozialen Medien mitteilen.

 

Hier noch das passende Zitat eines Teilnehmers:
Das Seminar hat mich einen großen Schritt vorangebracht. Selbstkritisch zu schauen, ob und wie ich Dinge angehe, meinen Horizont zu erweitern und dementsprechend meine Vorstellung nachhaltig prägen zu können, waren wichtige Ergebnisse für mich. Es ist beeindruckend, wie einfach und wirkungsvoll Themen angebracht werden können. Behalte deinen Humor Mathias, die Generation Y war dabei und dankt dir für das tolle Seminar.
Marvin Schünemann, Head of Customer Relations der Hornetsecurity GmbH

 

Sie möchten das hier angerissene Thema vertiefen und uns kennenlernen? Sie haben Interesse, vom Kennen ins Können zu kommen? Oder es interessiert Sie meine/unsere Meinung zu einem bestimmten Thema? Geben Sie mir/uns ein paar Stichworte und etwas Zeit und wir nehmen uns dessen in einem der nächsten Blogs gerne an. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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Topics: Mitarbeiterführung, Allgemein, Umgang mit Menschen

Mathias Heinrich

Geschrieben von Mathias Heinrich

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